Von allen Skiausrüstungsgegenständen haben Bindungen die innovativste Entwicklung durchlaufen. Ihre Geschichte konzentrierte sich auf die Optimierung von Gleitleistung und Sicherheit, doch mit der steigenden Nachfrage nach Skitouren wächst auch der Wunsch nach leichteren und komfortableren Bindungen für Aufstiege. In diesem Zusammenhang gewinnt die Kompatibilität mit Skischuhen zunehmend an Bedeutung. Zudem herrscht oft Unklarheit über die Funktionsweise der Bindung. Es ist wichtig, dies zu verstehen, da es Ihre Sicherheit direkt beeinflusst
*Die Redaktion hat grundlegende Informationen über Bindungen nach Interviews mit Ryusuke Miura von MDV Sports (Marker Bindings) und Tomoya Takahashi von Dynafit zusammengetragen
Punkt 1: Grob in 5 Typen unterteilt
Aktuell gibt es in jeder Kategorie zahlreiche Modelle verschiedener Hersteller, was die Auswahl erschwert. Wir haben sie daher bewusst in fünf Typen unterteilt. Für eine einwandfreie und sichere Funktion müssen Bindungen und Schuhe kompatibel sein. Daher empfiehlt es sich, Bindungen inklusive Montage und Einstellung in einem Fachgeschäft zu erwerben. Autorisierte Händler in Japan verkaufen keine inkompatiblen Schuhe und Bindungen
[1_ALPEN BINDUNG]
Die Skibindungen verfügen über einen zuverlässigen und sicheren Auslösemechanismus, der über Jahre hinweg optimiert wurde. Sie lassen sich von jedem leicht an- und ablegen, und die separate Bauweise ermöglicht die Nutzung des natürlichen Flex der Ski – ein großer Vorteil.

DIN=7-16 ¥38.500

DIN=6-16 ¥61.600
[2_FLAME TOUR BINDUNG]
Der größte Vorteil ist die Kompatibilität mit vorhandenen Alpinskischuhen. Das An- und Auslegen erfolgt wie bei Alpinbindungen, was ebenfalls positiv ist. Allerdings erschwert das schwere Fersenteil im Aufstiegsmodus das Anheben der Ferse und das Gehen.

DIN=4−13 W=1390g (1/2 Paar) ¥61,600

DIN=4−12 W=1980g ¥55,000
[3_TEC-BINDUNG]
Ein einfacher und leichter Mechanismus, der die Zehen mit einem Stift fixiert. Dadurch wird beim Wandern der Fuß nur durch das Gewicht des Schuhs angehoben. Das geringe Gewicht ist besonders vorteilhaft beim Aufstieg, allerdings sind der Halt beim Rutschen und die Sicherheitsauslösefunktion etwas weniger effektiv als bei alpinen Modellen.

DIN=4−10 W=520g ¥73.700

DIN = 6-12 W = 360 g (mit Bremse) 270 g (ohne Bremse)
90.200 ¥ (mit Bremse) 80.300 ¥ (ohne Bremse)
[4_HYBRID TEC BINDUNG]
Ausgestattet mit einem Fersenteil, das wie bei Alpinbindungen mit Federkraft auf die Fersenkante drückt, bietet diese Bindung hervorragenden Fersenhalt beim Skifahren. Beim Aufstieg erweisen sich das Zehensystem und das geringe Gewicht, ähnlich wie bei Tech-Bindungen, als vorteilhaft.

DIN=5-13 W=550g (1/2 Paar) ¥87.450

DIN=6ー13 W=715g (1/2 Paar) ¥118.800
[5_DUKE PT/SHIFT]
„Salomon Shift“ und „Marker Duke PT“. Der Schiebemechanismus entspricht dem von Alpinbindungen. Beim Klettern ermöglicht die Verwendung der Tech-Komponenten mit verstellbaren Zehenstücken ein leichtes Gehen wie mit Tech-Bindungen.

DIN=6-13 W=880g(1/2 Paar)
¥93,500

DIN= 6-16 W=1350g (1/2 Paar)
¥115,500
Punkt 2 Auslösemechanismus
Obwohl die Skischuhe beim Skifahren scheinbar fest sitzen, bewegen sie sich aufgrund der Kurvenkraft und des Aufpralls auf dem Schnee tatsächlich in kleinen Schritten zwischen Fersen- und Zehenbereich hin und her. Die in die Bindung integrierte Feder sorgt dabei ständig dafür, dass die Schuhe wieder in die richtige Position zurückkehren. Dies ist die wichtige Funktion der Bindung: ihre Rückstellkraft
Wenn die auf die Bindung wirkende Kraft so groß ist, dass die Feder sie nicht in ihre Ausgangsposition zurückführen kann, löst die Bindung den Schuh aus. Dies ist der grundlegende Mechanismus der Sicherheitsauslösefunktion
Bei einer Sicherheitsauslösung öffnet sich der Schuh durch die Zehenkappe nach links und rechts, während die Fersenkappe ihn nach oben öffnet. Je nach Marke und Modell gibt es verschiedene Auslösemechanismen, aber grundsätzlich beruht jede Auslösung auf einer Kombination aus horizontalen und vertikalen Bewegungen. Diese kombinierte vertikale und horizontale Auslösung ermöglicht es den Schuhen, selbst auf Stürze mit Drehung nach hinten zu reagieren, die als die riskantesten gelten
Die Ferse löst den Schuh nach oben, die Zehenspitze löst ihn seitlich. Dies ist die Grundlage der Auslösefunktion

POINT 3 Tech Bindungsauslösefunktion
Tech-Bindungen verfügen über eine Sicherheitsauslösefunktion, die den Schuh primär durch Drehen des Fersenteils löst. Gleichzeitig löst sich der Schuh auch vom Zehenteil, das starker Krafteinwirkung ausgesetzt ist. Wie man an der Verriegelungsfunktion im Hike-Modus sieht, handelt es sich um eine kleine Feder, die bereits bei geringem Kraftaufwand auslöst. Einige Modelle besitzen zudem eine separate Auslösefunktion im Zehenteil. Selbst damit bietet das System im Vergleich zu alpinen Auslösemechanismen noch Verbesserungspotenzial

Rechts) Bei Vibrationen oder Stößen, die die Länge der Stege überschreiten, dreht sich das Fersenteil und gibt den Schuh frei.
PUNKT 4 Ist es strengstens verboten, den Freigabewert anzupassen?
Nur geschulte und vom SBB zertifizierte Techniker dürfen Bindungen montieren und einstellen. Einstellungen, die von anderen Personen als dem Besitzer vorgenommen werden (selbst vom Besitzer), sind aus Sicherheitsgründen ungültig. Darüber hinaus erfolgt die Einstellung des Auslösewerts auf 11 oder höher auf eigenes Risiko. Denn unabhängig vom Hersteller sind alle Produkte so konstruiert, dass der Auslösewert maximal 10 beträgt, sofern das Gewicht innerhalb des für das jeweilige Modell empfohlenen Bereichs liegt


PUNKT 5 Gibt es denn keine Missverständnisse?
Bei Bindungen, die von einem SBB-zertifizierten Techniker fachgerecht eingestellt wurden, gibt es keine Fehlauslösung. Eine Fehlauslösung tritt auf, wenn eine zu hohe Kraft einwirkt, beispielsweise bei der Landung nach einem Sprung oder beim Abfahren einer steilen, unebenen Piste. Aus diesem Grund ziehen viele Wettkampf- und Freizeitskifahrer die Bindungen über den zulässigen Auslösewert hinaus fest. Doch auch in diesem Fall tragen sie das Risiko selbst. Es ist wichtig zu wissen, dass weder Händler noch Hersteller in diesem Fall eine Garantie übernehmen
Punkt 6: Kompatibilität mit Stiefeln
Beispielsweise können Alpinskischuhe mit flacher Sohle und Tourenskischuhe mit runder Sohle aufgrund der unterschiedlichen Rahmenhöhe nicht mit denselben Bindungen verwendet werden. Auch wenn die Gummisohlen von Tourenskischuhen beim Gehen angenehm sind, beeinträchtigen sie die Halte- und Auslösefunktionen von Alpinbindungen
Dies führte zur Entwicklung internationaler Normen durch die Internationale Organisation für Normung (ISO). Ziel der Normung ist die Gewährleistung der Kompatibilität und sicheren Funktion verschiedener Hersteller, Kategorien und Modelle. Aktuell existieren zwei ISO-Normen für Bindungen und Skischuhe; die Kompatibilität zwischen ihnen ist in der folgenden Tabelle zusammengefasst

Bindungen von MARKER („SOLE ID“), SALOMON/ATOMIC („MNC“), TYROLIA („MN“) und anderen OEM-Marken lassen sich durch Anpassen der Höhe des Gleitmechanismus am Vorderteil sowohl mit Alpin- (ISO 5355) als auch mit Tourenskischuhsohlenstandards (ISO 9523) kompatibel machen. GripWalk-kompatible Bindungen sind stets mit dem GripWalk-Logo gekennzeichnet
Betreut von Ryusuke Miura (MDV Sports Japan), Tomoya Takahashi (Dynafit)
Text von Chikara Terakura

