Was ist die empfohlene Ausrüstung für den Anfang bei der Auswahl von Skiern, Schuhen und Bindungen für Backcountry-Anfänger?

Foto/Ranyo Tanaka@Haglöfs

„Ich möchte mehr Pulverschnee genießen und deshalb ins Backcountry fahren!“ „Steile Hänge und unpräparierte Pisten kann ich problemlos hinunterfahren.“ Welche Ausrüstung braucht ein Skifahrer wie du fürs Backcountry? Hinter dem Zauber der majestätischen Natur verbirgt sich ein Gebiet voller Gefahren.
Deshalb haben wir den Profi-Skifahrer Takeshi Kodama gefragt, der schon viele Berge weltweit befahren hat und auch in Camps und auf Messen Skifahrern bei der Ausrüstungswahl hilft. Er erklärt uns, wie man die richtige Ausrüstung für Backcountry-Anfänger auswählt.

*Dieser Artikel ist eine Neuauflage dessen, was in der Saison 23-24 veröffentlicht wurde.

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Berater Takeshi
Kodama

Geboren 1974 in Sapporo. Mit 19 Jahren schloss er sich Yuichiro Miura & Snow Dolphins an und wurde professioneller Skifahrer. Er verfügt über umfangreiche Expeditionserfahrung, unter anderem durch Skiabfahrten vom Gipfel des Denali sowie zu den nördlichen Kurilen und nach Grönland. 2005 bestieg er den Mount Everest. Zehnmal nahm er gemeinsam mit dem Fotografen Kei Sato am Projekt „Skiing Around the World“ teil

INDEX

SKI

Bei der Empfehlung von Skiern für Einsteiger ins Backcountry-Skifahren müssen viele Faktoren berücksichtigt werden, wie etwa Können, körperliche Stärke, Geschlecht und das Skigebiet, in dem das Skitourengehen stattfindet. Zunächst möchte ich jedoch auf die anzuwendenden Kriterien eingehen

1. Mittenbreite: ca. 100 mm

Für alle, die zum ersten Mal abseits der Pisten unterwegs sind, empfehle ich oft breite Ski mit einem Top-Rocker von etwa 100 mm in der Mitte. Diese Ski sind in allen Schneeverhältnissen leicht zu handhaben. Meiner Meinung nach ist ein Top-Rocker von etwa 100 mm der perfekte Kompromiss für ein breites Spektrum an Bedingungen, von festen, präparierten Pisten bis hin zu Tiefschnee

Ski mit einer Dicke von mehr als 100 mm eignen sich gut für Tiefschnee, und auch dünnere Ski verfügen über eine Rocker-Form, die nicht für Pulverschnee konzipiert ist, sondern als All-Mountain-Rocker bezeichnet wird. Das bedeutet, dass der Rocker nicht für Auftrieb sorgt, sondern die Manövrierfähigkeit bei unterschiedlichen Schneeverhältnissen verbessert

Eine Mittelbreite von etwa 100 mm bietet eine gute Balance zwischen Tiefschnee und Pisten. Beim Skifahren im freien Gelände benötigen Sie wahrscheinlich zwei oder sogar drei Ski, um das gesamte Gebiet abzudecken. Ein schmaler 90-mm-Ski für das Frühjahr und ein weiterer 107-mm-Ski, vorwiegend für Tiefschnee in der Hochsaison, erweitern das Spektrum der befahrbaren Bedingungen. Manche Skifahrer besitzen sogar drei Ski, darunter einen extra breiten für besonders tiefen Pulverschnee. Da man aber nicht alles auf einmal ausprobieren kann, ermöglicht eine Mittelbreite von 100 mm ein gleichmäßiges Fahren im Gelände

2. Eine Tasche mit einem Schließfach oben drauf

Wir empfehlen Ski mit einer Mittelbreite von ca. 100 mm und Top-Rocker. Diese sorgen für Auftrieb im Tiefschnee und ermöglichen selbst bei sulzigen, rutschigen Bedingungen ein leichtes Manövrieren durch den Rocker, was die Manövrierfähigkeit erhöht und das Skifahren angenehmer macht. Es gibt auch Ski mit Rocker an Ober- und Skiende (Twin-Rocker), aber auf harten Pisten kann eine starke Skiendenkrümmung die Kontrolle etwas beeinträchtigen. Daher ist beim Backcountry-Skifahren auf unterschiedlichen Schneebedingungen ein moderaterer Skiendenrocker sicherer. Mit Skiern, die nur oben Rocker haben, lassen sich eventuelle Probleme beim Skifahren vermeiden

[Nasenwippe + Sturzmodell]

Diese Ski haben eine Rocker-Form an der Spitze, die für Auftrieb im Tiefschnee sorgt, und ein geraderes Skiende, das in der Endphase der Kurve Stabilität bietet

3. Aus welchen Kern- und Innenmaterialien bestehen die Materialien?

Die Fahreigenschaften von Skiern hängen vom Kernmaterial und den verwendeten Verstärkungsmaterialien ab. Es ist eine Frage des persönlichen Geschmacks, aber am besten beginnt man mit einem nicht zu schweren Modell. Skier mit durchgehend dicken Metallkernen sind beispielsweise sehr stabil, aber nicht für jeden geeignet. Daher empfiehlt es sich, bei solchen Skiern nur teilweise verstärkte Modelle oder solche mit leichten Verstärkungsmaterialien wie Carbon zu wählen, da

diese relativ leicht sind. Früher gleiteten leichtere Skier tendenziell schlechter, heute gleiten sie aber auch in leichter Ausführung noch gut. Da man im freien Gelände viel zu Fuß unterwegs ist, ist es ratsam, mit leichten Skiern zu beginnen.

4. Für alle, die Tiefschnee einfach nicht mögen!

Es ist in Ordnung, mit Skiern zu beginnen, die speziell für Tiefschnee entwickelt wurden, aber Vorsicht ist geboten. Als Rocker-Ski auf den Markt kamen, waren Twin-Rocker-Ski mit einer Mittelbreite von etwa 115 mm, wie beispielsweise der ARMADA und der DPS, der absolute Renner und erfreuten sich großer Beliebtheit, da sie es jedem ermöglichten, sofort im Tiefschnee zu fahren. Manche begannen mit diesen Skiern und wurden gute Tiefschneefahrer, doch sie weisen auch Schwächen in Bereichen wie Stabilität auf anspruchsvollen Abfahrten, beim Aufstieg und bei langen Querfahrten auf. Daher eignen sie sich meiner Meinung nach eher für Skifahrer, die mit dem Lift in den Tiefschnee gelangen

5. Etwas, mit dem man bei allen Bedingungen Ski fahren kann

Ich würde Ihnen traditionelle Skier empfehlen, die unter verschiedensten Bedingungen eingesetzt werden können

Nehmen wir zum Beispiel den ATOMIC „BACKLAND 102“. Er hat eine Mittelbreite von 100 mm, ist leicht und hat einen Top-Rocker. Er ist leicht, unkompliziert und für alle Schneeverhältnisse geeignet. Er ist der perfekte Einsteigerski für alle, die noch nicht genau wissen, welche Ski sie brauchen. Er gehört zu meinen Lieblingsmodellen und ist einfach super!

Verwendetes Modell von Tsuyoshi Kodama:
ATOMIC |BACKLAND109 189cm

D=136-100-125 mm (189 cm) | L=176, 184, 189 cm | R=20 m (189 cm) | ¥125.290

Dieser Freeride-Tourenski steckt voller Technologie, die Höchstleistungen im Tiefschnee ermöglicht. Der neu entwickelte, leichte HRZN 3D Ski verfügt über eine einzigartige dreidimensionale Schaufelform, die den Auftrieb im Tiefschnee deutlich verbessert. Die leichten HRZN 3D Ski von BACKLAND zeichnen sich durch dünne, perforierte Materialien für ein geringes Schwunggewicht aus. Der Carbon-Rückgrat und der Ultra Power Holzkern vereinen Steifigkeit und Leichtigkeit und sorgen so für exzellentes Gleiten und müheloses Klettern – für optimale Performance bergauf und bergab

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Modelle, die die von Takeshi Kodama vorgeschlagenen Bedingungen erfüllen


ATOMIC | BACKLAND102

D=132-102,5-122,5 mm (186 cm) | L=164, 172, 179, 186 cm | R=20 m (186 cm) | ¥109.890

ATOMIC|BENT 100

D=129,5-100-120 mm (186 cm) | L=165, 172, 179, 186 cm | R=19,5 m (186 cm) | ¥109.890

NORDICA | Vollstrecker 99

D=133-99-121 mm (185 cm) | L=167, 173, 179, 185, 191 cm | R=18,5 m (185 cm) | ¥137.500


K2 | MINDBENDER 99Ti

D=129,5-100-120 mm (186 cm) | L=165, 172, 179, 186 cm | R=19,5 m (186 cm) | ¥109.890

HEAD | KORE 99

D=134ー99ー120mm (177cm) | L=163, 170, 177, 184cm | R=17m (177cm) | ¥110.000

ELAN|RIPSTICK 96

D=133-96ー114mm (186cm) | L=161, 168, 175, 182, 189cm | R=17,8m (182cm) | 110.000 Yen


FISCHER | RANGER102

D=138-103-128 mm (183 cm) | L=169, 176, 183 cm | R=19 m (183 cm) | ¥157.300

STIEFEL

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Skischuhe haben sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt. Als das Skifahren im Gelände populär wurde, gab es nur zwei Möglichkeiten: Bergsteigen oder Skifahren. Leichte Skischuhe waren zum Skifahren unzuverlässig, und Skischuhe, die primär fürs Skifahren gedacht waren, waren sehr schwer und ungeeignet zum Gehen. Inzwischen sind Skischuhe auf den Markt gekommen, die sowohl gute Skieigenschaften bieten als auch relativ leicht sind und sich gut zum Gehen eignen. Sie sind mittlerweile weit verbreitet

1. Schnallenverschluss oder BOA®-Verschlusssystem?

In den letzten Jahren haben immer mehr Skischuhe das „BOA® Fit System“ eingeführt, insbesondere solche, die Wert auf optimale Skiperformance legen. Während Schnallen durch Druck auf den Spann festgezogen werden, sorgt BOA für eine gleichmäßige Fixierung über den gesamten Fuß. Studien belegen, dass dies Passform und Performance verbessert. Weitere Vorteile sind das einfache An- und Ausziehen sowie die unkomplizierte Handhabung. Daher halte ich BOA für eine ideale Kombination aus Skitouren und dem BOA-System. Natürlich spielen auch persönliche Vorlieben hinsichtlich Aussehen und Tragekomfort eine Rolle, doch wenn sich eine neue Technologie etabliert hat, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie sich als gute Wahl erweist. Ich empfehle daher dringend, BOA als Option in Betracht zu ziehen

2. Zweiteilige oder dreiteilige Ausführung

Diese Skischuhe ähneln in ihrer Form Standard-Skischuhen mit vier Schnallen und bieten hervorragende Gleiteigenschaften sowie große Bewegungsfreiheit beim Gehen. Viele Hersteller bieten sie an. Sie sind als zweiteilige Skischuhe bekannt und werden von Marken wie Salomon, Atomic und Tecnica verwendet. Daneben gibt es dreiteilige Skischuhe, beispielsweise von Dalbello und K2. Jeder Typ hat seine Vorzüge und Eigenschaften, und es lässt sich schwer sagen, welcher besser ist, da dies von den individuellen Vorlieben abhängt. Zweiteilige Skischuhe bieten tendenziell ein stabileres Tragegefühl, da sie den Knöchel besser stützen und mehr Stabilität bieten. Dreiteilige Skischuhe hingegen lassen sich leichter anziehen und bieten einen geschmeidigeren Flex, was sie flexibler macht und mehr Bewegungsfreiheit ermöglicht

Ich trage übrigens zweiteilige Stiefel. Wenn Sie bisher auch zweiteilige Stiefel getragen haben, wäre es meiner Meinung nach einfacher, sich an ein ähnliches Modell zu gewöhnen, anstatt komplett umzusteigen

3. Flex

Im freien Gelände ist es meiner Meinung nach von Vorteil, die Knöchel bis zu einem gewissen Grad flexibel einsetzen zu können. Man fährt oft auf weichem Schnee und muss sich dem Gelände anpassen, daher ist es einfacher, wenn man die Knöchel gut bewegen kann. Eine etwas geringere Beweglichkeit ist da möglicherweise besser

Für Herren auf Expertenniveau haben die High-End-Modelle der verschiedenen Hersteller in der Regel einen Flex von 130. Viele fahren Skifahrer mit diesem Flexwert, aber Anfängern im Skitourengehen empfehle ich, mit einem Flex von 120 zu beginnen. Bei Damen liegen die Topmodelle bei Flex 110 oder 115. Hier kann man meiner Meinung nach problemlos eine Nummer kleiner wählen und mit etwa 100 anfangen. Erfahrene Skifahrer bevorzugen zwar die gleiche Steifigkeit wie bei Alpinski, aber auch hier ist ein etwas geringerer Flexwert zunächst in Ordnung

4. Gehmodus

Aufstieg ist ein wichtiger Bestandteil des Skitourengehens. Natürlich ist es besser, beim Aufstieg gehen zu können, da dies die Ermüdung deutlich reduziert. Manche sagen, sie würden den Aufstieg zugunsten des Skifahrens gerne aufgeben, aber ich finde es sinnvoller, seine Kräfte zu schonen und noch eine Abfahrt fahren zu können

Der Bewegungsspielraum beträgt maximal etwa 70 Grad, aber ich denke, 50 Grad sind mehr oder weniger als nötig. Die meisten Stiefel haben einen Bewegungsspielraum von etwa 50 Grad

5. Stiefelbreite

Bei der Wahl von Skischuhen ist die Leistenweite ein wichtiger Faktor. Alle Hersteller bieten Skischuhe an, die etwas breiter als Alpinskischuhe ausfallen. Die durchschnittliche Leistenweite beträgt 100 mm, wobei breitere Modelle 102 mm und schmalere 98 mm breit sind

Zunächst einmal ist es wichtig, dass die Stiefel gut passen. Besonders wichtig ist dabei der Zehenbereich. Beim Gleiten sind die Knöchel fixiert, sodass sich die Fußposition nicht verändert. Beim Gehen hingegen sind die Knöchel frei, und die Füße bewegen sich im Stiefel vor und zurück. Ich schätze, der Spielraum beträgt etwa 5 mm. Das bedeutet, dass die Zehenspitzen der Stiefel beim Gehen aneinanderstoßen. Geht man so längere Zeit, können die Zehen schmerzen oder die Nägel beschädigt werden und sich schwarz verfärben. Bei der Wahl von Stiefeln für tiefen Schnee sollte man daher etwa 5 mm Platz einplanen

6. Heißformung der Hülle & individuelle Anpassung der Innenausstattung

Heutzutage bieten alle Skischuhhersteller die Möglichkeit, die Passform individuell anzupassen. ATOMIC und SALOMON ermöglichen es, die gesamte Schale durch Wärmeverformung anzupassen. Manche Schuhe bestehen aus Teilen, die sich leicht wärmeverformen lassen, und auch die individuelle Anpassung des Innenschuhs ist gängige Praxis. Es gibt verschiedene Optionen mit jeweils eigenen Vorteilen. Daher ist es ratsam, diese Punkte vor der Auswahl zu prüfen

Ich benutze den ATOMIC HAWX ULTRA XTD130. Er hat vier Schnallen für einen festen, stabilen Skisitz und wiegt ca. 1.600 g. Für einen Vier-Schnallen-Ski ist er recht leicht, aber dennoch robust genug, und die Innenschicht sitzt eng an. Ich empfehle oft eine etwas weichere Variante dieses Modells, zum Beispiel den HAWX 120 für Herren. SALOMON und TECNICA bieten ebenfalls Skischuhe mit einem ähnlichen Konzept an, daher ist es ratsam, sie im Geschäft anzuprobieren

7. Sollte ich mir Pin-Boots besorgen, die mit Tech-Bindungen kompatibel sind?

Wenn du ernsthaft mit dem Skitourengehen anfangen willst, empfehle ich dir, gleich Ping-Schuhe zu kaufen, die mit Tech-Bindungen kompatibel sind. Ping-Schuhe sind nicht nur leichter, sondern auch viel bequemer zu laufen. Wenn du denkst, du könntest später wechseln, sind deine Möglichkeiten eingeschränkt und du musst die Schuhe am Ende ersetzen, was Geld kostet


Takeshi Kodamas Modell:
ATOMIC | HAWX PRIME XTD 130 BOA GW

Größe: 24/24,5–30/30,5 cm
Gewicht: 2,017 g (26–26,5 cm)
Flex: 130
\125,290

Das BOA® Fit System ermöglicht eine einfache und präzise Anpassung der Passform. Durch gleichmäßiges Anziehen über den gesamten Fuß wird Spiel im Schuh minimiert und ein stabiler Sitz gewährleistet. Dies verbessert nicht nur die Abfahrtsperformance, sondern ermöglicht auch schnelle und komfortable Anpassungen beim Aufstieg. Die Steifigkeit des Flex 130 sorgt für ein direktes Ansprechverhalten selbst auf steilen Hängen und unebenem Gelände und gewährleistet zudem eine effiziente Kraftübertragung. Dieser Freeride-Schuh ist ideal, da er Steifigkeit, Kraftübertragung, Kletterkomfort und ein geringes Gewicht vereint. Die Leistenbreite von 100 mm bietet auch etwas breiteren Füßen eine bequeme Passform

Modelle, die die von Takeshi Kodama vorgeschlagenen Bedingungen erfüllen

[2-teilige Konstruktion]

ATOMIC|HAWX PRIME 120s BOA GW

Größe: 22/22,5–30/30,5 cm
Gewicht: 1.910 g (26–26,5 cm)
Flex: 120
¥119.790


NORDICA | Unbegrenzt 130 DYN

Größe: 22,5–30,5 cm
Gewicht: 1.680 g (26–26,5 cm)
Flex: 130
¥114.400


[3-teilige Konstruktion]


K2| Diverge SC

GRÖSSE: 24,5–30,5 cm
GEWICHT: 2.115 g (26,5 cm)
FLEX: 130
PREIS: 107.800 ¥


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BINDUNGEN

Bislang waren Tourenbindungen wie Makers BARON und DUKE sowie TYROLIAs ADRENALIN, sogenannte Rahmenbindungen, die durch Einsteigen und Anheben der Platte montiert werden, weit verbreitet. Doch die Situation hat sich deutlich verändert. Tech-Bindungen, die auf geringes Gewicht ausgelegt sind, machen die Bindung nicht nur leichter, sondern erleichtern auch das Gehen. Da kein Gewicht auf der Ferse lastet, ist der Fuß leichter. Und da die Bewegung über die Zehen erfolgt, ähnelt sie eher dem natürlichen Gehen

Tech-Bindungen sind mittlerweile Standard

Tech-Bindungen sind mittlerweile Standard. Natürlich gibt es Skifahrer, die weiterhin ihre gewohnten Alpinbindungen verwenden möchten, aber wenn es um Gehkomfort und geringes Gewicht geht, würde ich Ping-Bindungen empfehlen

Vor fünf Jahren hätte ich nicht sagen können: „Ping ist definitiv der Beste“, aber heute kann ich das mit voller Überzeugung behaupten. Bis dahin gab es nur die traditionellen Zehen- und Fersenkappen, die zwar sehr leicht waren, aber in puncto Gleitfähigkeit, Stabilität und Festigkeit etwas schwächer. Deshalb gab es Leute, die sie empfehlen konnten, und andere, denen sie nicht gefielen

Die Bindungsrevolution, die durch KINGPIN hervorgerufen wurde

Hier kam Markers KINGPIN ins Spiel. Das Fersenteil drückt beim Einsteigen auf die Ferse, sorgt so für Stabilität und optimiert die Gleiteigenschaften des Skis. Die Einführung des KINGPIN markierte die erste Revolution bei Skibindungen

Etwa zur gleichen Zeit brachte Fritschi die Tecton auf den Markt, die ebenfalls eine Zehenpin-Bindung, aber eine Einstiegsferse besaß. Wie die Kingpin war auch sie eine revolutionäre Bindung, die solide Kletter- und Gleiteigenschaften bot und sogar über einen Sicherheitsauslösemechanismus an der Spitze verfügte

Weiterentwickelter Hybrid

Später entwickelten SALMON und ATOMIC gemeinsam die SHIFT. Auf den ersten Blick sehen die Zehen- und Fersenteile wie herkömmliche Alpinbindungen aus, doch beim Gleiten mit der Zehe verhält sie sich wie eine normale Bindung. Beim Aufstieg öffnet man den Hebel, und die Pins fahren aus. So entstand diese Hybridbindung, die „das Beste aus beiden Welten vereint“. Sie bietet uneingeschränkte Gleiteigenschaften und die Pins machen sie leicht und kletterfreundlich. Marker hat außerdem die neue DUKE PT auf den Markt gebracht und das Design weiterentwickelt

Daher empfehle ich

Heutzutage gibt es eine große Auswahl an Optionen. Die ursprüngliche Pin-Variante ist nicht schlecht; sie ist einfach leicht und bietet große Vorteile für Langstreckentouren. Wer jedoch mit dem Skitourengehen beginnen möchte, muss selten plötzlich vier oder fünf Stunden aufsteigen. Die meisten wollen zunächst das freie Gelände genießen und, wenn sich die Gelegenheit bietet, maximal eine Stunde, höchstens zwei Stunden abfahren. Betrachtet man es so, wird deutlich, wie wichtig die Fahrleistung ist

Hättest du drei Wochenenden Zeit zum Skifahren, würden die meisten wohl eines davon im freien Gelände verbringen. Schließlich wollen viele bei reichlich Schnee die Lifte nutzen und im Tiefschnee abfahren. Deshalb ist es meiner Meinung nach ratsam, anstatt nur auf das Gewicht zu achten, die Skileistung in den Vordergrund zu stellen und ein Ski mit Toureneigenschaften zu wählen, das zu deinem Fahrstil passt – das wäre ein guter Anfang

Ich finde, die drei Bindungen – Marker KINGPIN, FRITSCHI TECTON, SALOMON ATOMIC und ARMADA SHIFT – lassen sich sehr leicht anlegen. Selbst wenn du von herkömmlichen Alpinbindungen umsteigst, wirst du dich meiner Meinung nach nicht unwohl fühlen. Bei Pin-Bindungen fragen sich manche: „Ist das wirklich sicher?“, aber ich finde diese Bindungen beruhigend. Wenn du sie erst einmal ausprobierst und dich dann für längere Touren entscheidest, werden sich deine Entscheidungen beim Kauf deiner nächsten Bindung wahrscheinlich ändern. Ich halte diese drei für hervorragende Einsteigerbindungen

Verwendetes Modell von Takeshi Kodama:
ATOMIC | SHIFT2 13 MN

DIN: 6-13
Gewicht: 920 g / Stück
Farbe: Schwarz / Grün / Bronze
¥104.500

Diese innovative Tourenbindung vereint dank ihres verstellbaren Vorderbackens die Vorteile von Alpinbindungen für Abfahrten und Tech-Bindungen für Wanderungen. Sie ist mit zwei ISO-Sohlenstandards kompatibel.

Der Bremsbereich wurde für die Saison 2024/25 verstärkt, wodurch das Risiko eines Auslösens der Bindung beim Aufstieg reduziert wird. Das Gewicht ist etwas höher, was beim Tragen jedoch kaum auffällt. Die erhöhte Haltekraft verbessert sogar die Gleiteigenschaften. Beim Aufstieg kann die Ferse wie bei einer Tech-Bindung angehoben werden, was das Klettern erleichtert. Beim Gleiten hingegen ermöglicht sie volle Kraftentfaltung wie eine Alpinbindung. Viele Skifahrer vertrauen auf die „Shift“, die Aufstieg und Gleiten auf höchstem Niveau vereint.

ATOMIC| SHIFT2 10 MN

DIN: 4-10
Gewicht: 915 g / Stück
Farbe: Schwarz / Bronze
93.500 ¥


Ich möchte zusammen lesen
Tsuyoshi Kodama: „Der Lebensstil eines Profi-Skifahrers: Geheimnisse aus 20 Jahren Profierfahrung“ Teil 1. Wir präsentieren Ihnen das neueste Interview mit Tsuyoshi Kodama, der dieses Jahr sein 20-jähriges Jubiläum als Profi-Skifahrer feiert. Seit er mit 26 Jahren seinen Nebenjob aufgab, lebt er ausschließlich vom Skifahren. Er ist einer der weltbesten Skifahrer…
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