Dieser Artikel ist eine teilweise Überarbeitung des Artikels aus der Saison 2023-2024
Was passiert, wenn Sie im ungesicherten Gelände auf eine Lawine stoßen und jemand verschüttet wird?
Eine Lawinensonde ist ein Gerät, das mithilfe eines LVS-Geräts die Stelle einer Lawinenverschüttung ortet. Sie wird in den Schnee gesteckt, um die genaue Position der verschütteten Person zu bestimmen. Zusammengefaltet ist sie mit 20–30 cm kompakt. Zieht man an der Reißleine, fährt der Schaft automatisch auf 2–3 m aus.
Lawinensonden sind für Touren im ungesicherten Gelände unerlässlich und in verschiedenen Längen, Gewichten, Schaftmaterialien und mit unterschiedlicher Benutzerfreundlichkeit erhältlich. Worauf sollten Sie bei der Auswahl achten?
Die Rolle der Sonde
Eine Sonde ist ein Stock, mit dem man im Schnee nach Verschütteten sucht. Sie wird auch Sonde genannt. „Sonde“ ist übrigens Englisch und „Probe“ Deutsch.
Sie gilt zusammen mit einem Lawinenverschüttetensuchgerät und einer Schaufel als unverzichtbare Lawinenausrüstung beim Skifahren im freien Gelände.
Nachdem das LVS-Gerät den ungefähren Standort der verschütteten Person ermittelt hat, wird eine Sonde in den Schnee gesteckt, um die Position des Retters genauer zu bestimmen.
Das LVS-Gerät kann den Standort der verschütteten Person zwar grob eingrenzen, gibt den Rettern aber keine genauen Hinweise darauf, wo sie in der riesigen Schneedecke graben müssen, um die Person zu finden. Letztendlich findet der Retter die verschüttete Person mithilfe der Sonde ertastet.

Die Sonde verfügt außerdem über eine Skala, die nicht nur zur Lawinensuche, sondern auch für sogenannte „Schneegrubenchecks“ verwendet wird, um die Schneetiefe und die Schneeschichten zu überprüfen und festzustellen, ob das Gebiet, in dem man Ski fahren möchte, lawinengefährdet ist
Funktionsweise der Sonde
Die Sonde besteht aus zylindrischen Stäben von etwa 40 bis 50 cm Länge, die durch innenliegende Drähte miteinander verbunden sind und sich bei Bedarf schnell zu einem langen Stab zusammenfügen lassen. Die einzelnen Stabteile werden als Schäfte bezeichnet, und je länger die Stäbe sind, desto mehr Schäfte sind vorhanden

Die Länge variiert je nach Anwendung und Umgebung, von knapp 2 m bis über 3 m. Bei Nichtgebrauch lässt es sich zusammenklappen und platzsparend verstauen

Tipps zur Auswahl
Bei der Auswahl einer Sonde sind vor allem die Länge und Dicke, das Material, die Montageart und die Ablesbarkeit der Skala zu berücksichtigen
■ Länge + Dicke
Ist die Stange zu kurz, erschwert dies natürlich eine gründliche Suche. Bei einer Lawinenverschüttungstiefe von weniger als 2 m bestehen gute Rettungschancen durch schnelles Eingreifen. Daher ist eine Stange von mindestens 2 m Länge empfehlenswert. Bergführer und Bergretter verwenden übrigens Stangen mit einer Länge von etwa 3 m. Für normale Tourengeher, die nach Gruppenmitgliedern suchen, sind jedoch keine so langen Stangen wie die der Profis notwendig.
Auch die Dicke spielt eine Rolle: Ist der Durchmesser der Stange zu gering, ist sie nicht stabil genug und dringt nur schwer in harten Schnee ein. Zudem kann sie sich leicht verbiegen. Längere Stangen sind oft dicker, und dickere Stangen sind weniger bruchgefährdet. Daher ist eine Stange mit einer gewissen Dicke optimal. Ist das Verhältnis von Stangenspitze zu Schaft zu lang, kann die Verbindung instabil werden. Überprüfen Sie daher unbedingt auch die Verbindungsstellen.
Es besteht ein gewisser Zusammenhang zwischen Länge und Preis. Berücksichtigt man dies, findet man leicht eine Länge zwischen 230 cm und 280 cm. Auch in puncto Aufbewahrung lässt sich ein faltbarer Schlitten, der zusammengeklappt nur etwa 50 cm lang ist, problemlos in einem Rucksack verstauen
■Material
Für Sonden werden meist Aluminium oder Carbon verwendet. Carbon ist zwar teuer, aber sehr leicht. Allerdings bricht es unter Krafteinwirkung leichter als Aluminium. Aluminium hingegen ist robust und bruchfest, lässt sich aber auch leicht verbiegen. Wer Wert auf geringes Gewicht legt, ist mit Carbon gut beraten, wer ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, für den ist Aluminium die bessere Wahl
■ Andere Elemente
Bei der Auswahl einer Sonde sollten Sie unter anderem die Ablesbarkeit der Skala und die Montageart berücksichtigen. Viele Sonden lassen sich durch Ziehen am Griff schnell und automatisch zusammenbauen. Einige Sonden sind zudem mit modernster Technologie ausgestattet, beispielsweise mit speziellen Sonden, die an der Spitze Signalgeber empfangen, die Position des Verschütteten bestimmen und einen Treffer durch ein akustisches und optisches Signal melden
Wie man die Sonde benutzt
Nachdem Sie nun wissen, was eine Sonde ist, sehen wir uns an, wie sie im Schnee tatsächlich eingesetzt wird.
(Video: Japanischer Lawinensuch- und Rettungsrat)
Ohne Übung im Umgang mit LVS-Geräten und Sonden im Schnee ist es schwierig, diese im Ernstfall schnell und präzise einzusetzen. Anfänger im Skitourengehen sollten daher zunächst einen Kurs zur Lawinenausrüstung besuchen oder an einer geführten Tour mit Lawinenführer teilnehmen, um sich mit dem Umgang der Ausrüstung vertraut zu machen

