Der Reiz des Quiksilver-Snowboardteamfilms „SCORED“ liegt nicht in der neuartigen Mischung aus Skifahren und Snowboarden. Mich hat vielmehr beeindruckt, wie natürlich Sammy Carlsons Fahrstil zum vom Surfen inspirierten Markenimage von Quiksilver passte.
Deshalb wollte ich dieses Projekt vorstellen und nicht seine früheren Soloprojekte.
Sammys Signature-Modell, der Whitewalker, ist weniger auf extremes Pistenfahren ausgelegt, sondern vielmehr auf spielerische und freie Manövrierbarkeit im Tiefschnee. Dabei geht es nicht nur um das Fahrgefühl, sondern auch um Sammys idealen Fahrstil, der direkt vom Design des Skis beeinflusst wird. Es geht weniger darum, die Schneeoberfläche mit scharfen Schwüngen zu beherrschen, sondern vielmehr darum, die Richtung zu wechseln, die Ski gleiten zu lassen und sich dem Gelände anzupassen
Es geht darum, diese Bewegungen fließend ineinander übergehen zu lassen. Mit „surfy“ Skifahren meine ich hier nicht, die Schneeoberfläche mit aller Kraft zu beherrschen, sondern die Gewichtsverlagerung dem Gelände anzupassen und den Rebound des Schnees zu nutzen, um Linien nahtlos zu verbinden. Es geht nicht darum, ins Gelände zu krachen, sondern sich wie auf einer Welle treiben zu lassen. Und das wirkt sich direkt auf den Sprung aus, den man vom Schnee abhebt
Dieses Gefühl verstärkt sich noch im Vergleich zu Snowboardern wie Travis Rice, Werni Stock und Miles Fallon.
Sammy sticht nicht als „einziger Skifahrer“ hervor, sondern verkörpert Quiksilvers „Surf“-Philosophie ganz natürlich mit einem anderen Sportgerät.
Bemerkenswert ist auch, dass man Sammy oft in einer einzigen, durchgehenden Linie fahren sieht. Ich denke, der flüssige Fahrstil trägt maßgeblich zum Rhythmus des Videos bei.
Moderne Filmaufnahmen mit FPV-Perspektive vermitteln Alaskas weite Landschaft nicht nur aus der Ferne, sondern auch mit ihrer Dynamik und dem Gefühl der Distanz. Man erkennt zudem leichter, welche Fahrstile die Fahrer als gut empfinden.
„SCORED“ ist nicht nur als spektakuläres Big-Mountain-Erlebnis interessant, sondern auch als Film, der zeigt, wie der Fahrstil der Fahrer die Marke verkörpert. Für junge Fahrer sollte er außerdem eine Gelegenheit sein, darüber nachzudenken, mit welchem Image und welchen Werten ihr Fahrstil verbunden ist – jenseits einzelner Tricks oder der Präsenz in den sozialen Medien.

