Welche Kriterien sind bei der Helmwahl wichtig? Man könnte meinen, Sicherheit sei das Wichtigste, aber worauf basiert diese Annahme? Ein Helm darf außerdem, egal wie sicher er ist, weder über längere Zeit unbequem sein noch die Fahrleistung beeinträchtigen. Sicherheit, Komfort, Passform? Schauen wir uns die Funktionen eines Helms genauer an und lernen wir die wichtigsten Punkte für die Helmwahl zu Saisonbeginn kennen
PUNKT 1 | Die Notwendigkeit eines Helms
Tragen Sie beim Skifahren einen Helm? In den letzten Jahren ist das Tragen eines Helms, dem Beispiel westlicher Länder folgend, immer üblicher geworden. Da Abfahrten im Wald und Skitouren immer häufiger vorkommen, ist der Schutz des Kopfes vor unvorhersehbaren Gefahren in der Natur wichtiger denn je. Viele Skigebiete haben das Tragen eines Helms in den letzten Jahren sogar in Waldabfahrten und unpräparierten Gebieten zur Pflicht gemacht
Für Skifahrer und Snowboarder, die im Park unterwegs sind, ist ein Helm unerlässlich, um Stürze bei Sprüngen und Jibbing zu vermeiden. Angesichts des hohen Gefahrenpotenzials ist die Helmnutzung weit verbreitet.
Der Zweck eines Helms ist einfach: den Kopf vor Stößen zu schützen. Ein heftiger Schlag auf den Kopf kann tödlich sein oder zumindest dauerhafte Hirnschäden verursachen. Um diese Risiken zu minimieren und die verschneiten Berge sicher genießen zu können, ist ein Helm für umsichtige Skifahrer und Snowboarder heutzutage unverzichtbar.

PUNKT 2 | Erforderliche Merkmale eines Skihelms
Um seinen Zweck, den Kopf vor Stößen zu schützen, zu erfüllen, muss ein Helm verschiedene Funktionen aufweisen. Diese lassen sich grob in die im folgenden Diagramm dargestellten Elemente einteilen. Der wichtigste Faktor für die Sicherheit ist die Grundstruktur des Helms
Helme bestehen in der Regel aus zwei Schichten: einer Außenschale und einer Innenschale. Je nach Material und Konstruktion dieser beiden Schichten gibt es jedoch Unterschiede. Auch die Verwendung eines multidirektionalen Aufpralldämpfungssystems zwischen Schale und Innenschale ist ein wichtiger Aspekt. Sitzt der Helm schlecht, kann dieses System seine Funktion nicht optimal erfüllen.
Das Gewicht des Helms beeinflusst nicht nur Komfort und Leistung beim Skifahren, sondern auch die Sicherheit. Bei längerem Tragen wird ein schlecht sitzender Helm unbequem. Für mehr Komfort sollten daher auch die Belüftung und das Material der Innenschale beachtet werden.

PUNKT 3| Aufbau eines Skihelms und Bezeichnungen seiner Teile
Ein Skihelm besteht im Wesentlichen aus einer Außenschale und einem Innenfutter. Die Schale, die Stöße direkt abfängt, ist aus einem harten Material gefertigt, um das Innere zu schützen, während das Innenfutter mit einem dämpfenden Material Stöße absorbiert.
Helme werden anhand der Konstruktionsweise der Schale in drei Bauarten unterteilt: Hartschalenhelme, In-Mold-Helme und Hybridhelme, die beide kombinieren. Keine dieser Bauarten ist per se gut oder schlecht; die Eigenschaften unterscheiden sich je nach Konstruktion. Am besten wählen Sie den Helm, der Ihren Bedürfnissen entspricht.
Hartschalenkonstruktion
Außenschale und Innenschale (das stoßdämpfende Material) werden separat gefertigt und anschließend verklebt. Wird für die Außenschicht ein hochfestes Material verwendet, verbeult oder reißt die Außenschale selbst bei leichten Stößen nicht. Das macht sie robust und langlebig und sorgt für mehr Sicherheit. Ein weiterer Vorteil ist die insgesamt schlankere Optik
In-Mold-Konstruktion
Schale und Innenschuh werden in derselben Form gefertigt. Da kein Klebstoff verwendet wird, ist die Gefahr des Auseinanderfallens geringer und die Qualität hoch. Das für die Außenschicht verwendete Material ist zudem leicht, was zu einem insgesamt geringeren Gewicht führt. Diese Schalenkonstruktion vereint Leichtigkeit und Stabilität. Sie ist besonders beliebt bei Park-Skifahrern und Snowboardern, die Wert auf geringes Gewicht für Sprünge und technische Manöver legen
Hybridstruktur
Die Hybridkonstruktion vereint die Vorteile einer Hartschale mit denen einer In-Mold-Konstruktion. Die Basis ist im In-Mold-Verfahren gefertigt, während eine Hartschale den Hinterkopf und die Oberseite für zusätzliche Stabilität umschließt. Durch die Kombination beider Konstruktionen bietet der Helm nicht nur Stoßfestigkeit, sondern auch ein moderates Gewicht und die Langlebigkeit einer Hartschale – eine optimale Lösung


Unterwäsche
Die Innenschicht dient dazu, warm zu halten, Schweiß aufzusaugen und die Passform zu verbessern. Jeder Hersteller hat kleine Verbesserungen vorgenommen, indem er Stoffe mit hervorragender Wärmespeicherung und Atmungsaktivität verwendet und antibakterielle sowie desodorierende Eigenschaften hinzugefügt hat. Die meisten Innenschichten sind herausnehmbar

Riemen und Schnallen
Die Riemen, die Ihren Helm fixieren, werden durch verschiedene Verschlüsse gehalten: Schnellverschlüsse und Magnetverschlüsse. Schnellverschlüsse sind einfach zu bedienen, können aber mit Handschuhen etwas knifflig sein. Hochwertigere Modelle verfügen heutzutage häufiger über Magnetverschlüsse, die sich einhändig bedienen lassen

Ohrpolster
Ohrpolster sind in der Hochsaison von Vorteil, da sie die Ohren umschließen und den Sitz verbessern. Im Frühling oder bei Wanderungen in der Wildnis können sie jedoch stickig und warm werden. Abnehmbare Ohrpolster sind daher praktisch. Durch Abnehmen und Waschen lassen sich Schweiß und Gerüche entfernen und die Kopfhörer sauber halten

Belüftung
Eine gute Belüftung ist unerlässlich, um ein stickiges Gefühl am Kopf zu vermeiden. Neben der Belüftungsleistung ist es wichtig, ob sich die Belüftungsöffnungen oben öffnen und schließen lassen. Ebenso wichtig ist die Abstimmung des Helms, damit Feuchtigkeit im Inneren effektiv entweichen kann und die Skibrille nicht beschlägt
PUNKT 4| Multidirektionales Stoßdämpfungssystem (MIPS)
Hirnschäden durch Stürze beim Skifahren entstehen nicht nur durch die Aufprallkraft, sondern auch durch die Rotationsenergie, die schräg einwirkt. Ein bahnbrechender Mechanismus zur Minderung dieser Schäden ist das multidirektionale Aufpralldämpfungssystem MIPS.
Herkömmliche Helme sind so konstruiert, dass sie frontale Stöße absorbieren. MIPS hingegen, das in die Innenauskleidung integriert ist, kann auch schräg einwirkende Aufprallenergie aufnehmen und abmildern. Helmschale und Innenauskleidung bewegen sich unabhängig voneinander, sodass die Rotationsenergie von der Helmschale absorbiert wird, während die Innenauskleidung ruhig bleibt und so Vibrationen auf das Gehirn verhindert.

Es ist etwas schwierig, sich das nur anhand von Text und Fotos vorzustellen. Der schnellste Weg, MIPS zu verstehen, ist daher, sich dieses Video von GIRO anzusehen
PUNKT 5| Größenanpassungssystem
Viele Helme verfügen über ein Verstellsystem, mit dem sich die Größe an einen Kopfumfang von ca. 5 cm anpassen lässt. Dies gehört mittlerweile zur Standardausstattung und gewährleistet eine optimale Passform. Drehverschlüsse wie das BOA-System sind einfach zu bedienen. Festziehen und Lösen erfolgen mit nur einer Berührung, was das Auf- und Absetzen erleichtert


PUNKT 6 | Worauf Sie bei der Auswahl eines Skihelms achten sollten
Kompatibilität mit Skibrillen
Prüfen Sie zunächst, ob der Helm zu Ihrer Skibrille passt. Die Kompatibilität der Skibrille kann die Passform des Helms beeinträchtigen. Wählen Sie einen Helm, bei dem keine großen Lücken zwischen Skibrille und Helm entstehen
Größe und Passform
Das Nächstwichtigste ist die richtige Größe und Passform. Achten Sie darauf, ob der Helm beim Tragen unangenehm drückt oder schmerzt oder ob er zu groß und locker sitzt. Dieses Problem lässt sich leicht durch die Wahl eines Modells mit asiatischer Passform beheben. Japaner und Westler haben sehr unterschiedliche Kopfformen, nicht nur in den Gesichtskonturen. Wenn der Helm nicht richtig passt, ist er weniger sicher und vor allem unbequem
Leichtigkeit
Helme werden oft über längere Zeiträume getragen. Beim Skitourengehen verbringt man mehr Zeit mit dem Aufstieg als mit dem Skifahren selbst. Das Gewicht eines Helms beeinflusst direkt die Belastung des Körpers. Ein schwerer Helm kann zu Nackenverspannungen und steifen Schultern führen und sogar unbequem sein, daher ist ein leichterer Helm besser. Allerdings sollte man nicht allein aus Gewichtsgründen auf Stoßfestigkeit, Haltbarkeit, Belüftung usw. verzichten. Der ideale Helm ist leicht und bietet dennoch alle notwendigen Funktionen
Komfort
Ein Helm ist zwar unerlässlich zum Schutz des Kopfes, doch wenn er so unbequem ist, dass er Schmerzen verursacht, wird man ihn wohl kaum tragen. Da der Kopf leicht schwitzt und Helme eng anliegen, staut sich die Wärme und es kann stickig werden. Deshalb ist es sehr wichtig, dass der Helm auch über längere Zeiträume angenehm zu tragen ist. Je besser die Belüftung, desto höher der Tragekomfort
Überprüfen Sie die Eigenschaften des Modells
Nachdem Sie die Kompatibilität und Passform mit Ihrer Skibrille geprüft haben, sollten Sie sich die Eigenschaften, die Leistung und die Funktionen jedes Modells genauer ansehen. Achten Sie auf das Verhältnis von Schalenmaterial und -konstruktion, darauf, ob ein multidirektionales Aufprallschutzsystem wie MIPS vorhanden ist, und auf das Gewicht, das zu Ihrem Fahrstil passt. Die Funktionalität sollte zuletzt berücksichtigt werden
Vielseitigkeit ist ebenfalls ein neuer Prüfpunkt
Aufgrund einer Gesetzesänderung ist das Tragen eines Helms beim Fahrradfahren nun empfohlen. Künftig dürfte die Helmnutzung ganzjährig zunehmen. Daher wird die Nachfrage nach vielseitigen Helmen zweifellos steigen. Wäre es nicht ideal, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, wenn man denselben Helm sowohl für verschneite Berge als auch für die Stadt nutzen könnte? Einige Modelle ermöglichen es sogar, einen Berghelm durch den Austausch einzelner Teile, wie z. B. Ohr- und Kopfpolster, in einen Ganzjahres-Stadthelm zu verwandeln

PUNKT 7 | Aufbewahrung für Skihelme
Lagern Sie die Geräte an einem gut belüfteten Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung. Ungeeignete Lagerbedingungen können dazu führen, dass sich der Klebstoff, der das Gehäuse zusammenhält, löst und abblättert. Manche bewahren sie in Schränken auf, was jedoch aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit dort nicht empfehlenswert ist. Auch eine Lagerung, bei der ein Gewicht auf einer Seite lastet, wie beispielsweise das Aufhängen an der Wand, kann das Kunststoffgehäuse belasten. Daher ist es am besten, die Geräte flach zu lagern
Außerdem ist es unhygienisch und unangenehm, wenn das Innenfutter und die Ohrpolster nach dem Gebrauch verschwitzt sind. Nehmen Sie sie heraus, waschen Sie sie von Hand mit Wasser und lassen Sie sie im Schatten gründlich trocknen, bevor Sie sie verstauen

PUNKT 8 | Wann Sie Ihren Skihelm ersetzen sollten
Hersteller empfehlen, Helme alle drei bis fünf Jahre auszutauschen. Denn selbst bei sorgfältiger Behandlung kann sich der Klebstoff mit der Zeit abnutzen. Auch der im Helm verwendete Polystyrolschaum verliert mit der Zeit an Festigkeit. Sofern die Innenschale nicht aus EPP (Polypropylen) besteht, sollte der Helm in der Regel nach einem starken Aufprall ersetzt werden. Ein beschädigter Helm lässt sich nicht mehr in seinen Originalzustand zurückversetzen. EPP ist zwar widerstandsfähig und kann eine gewisse Belastung durch wiederholte Stöße aushalten, doch EPP ist elastisch und kann einige Stöße problemlos überstehen
Dies ist eine teilweise Überarbeitung eines Artikels aus der Saison 2024-2025

